Rinne setzen


Eine passende Stelle für die Rinne benötigt ein gewisses natürliches Gefälle. Meine Erfahrung hat gezeigt, daß gute Goldablagerungen oftmals in sehr ruhigen Bereichen liegen und die Rinne nicht direkt vor Ort gesetzt werden kann, meist lässt sich im Umkreis von 50 m jedoch ein passender Ort finden. In Gebieten wo keine Nuggets zu erwarten sind (und das sind in Mitteleuropa die meisten), siebe ich das Material durch ein Sieb mit 1 cm Maschenweite um nicht unnötig Steine durch die Gegend zu tragen. Habe ich solch eine Stelle gefunden, baue ich einen kleinen Staudamm aus Steinen. Wenn sehr wenig Strömung vorhanden ist, kann der Staudamm auch etwas größer ausfallen. Mit einem Staudamm kann der Wasserstand in der Rinne sehr gut reguliert werden. Schwankungen und Wellen des Wassers werden durch den kleinen "See" hinter dem Staudamm gedämpft und die Wassergeschwindigkeit nahezu komplett abgebremst. Durch Unterlegen von flachen Steinen unter das Ende der Rinne kann der Winkel des Gefälles (und somit die Geschwindigkeit des Wassers) bestimmt werden. Ich rate davon ab, die Rinne direkt in die Bachströmung zu platzieren. Hier treten Wellen und Pegelschwankungen auf, welche den Inhalt der Rinne sehr leicht komplett ausspülen können.



Drei Parameter sind bei einer Goldwaschrinne regulierbar und von Bedeutung, nur wenn alle drei in einem gewissen Bereich liegen, kann eine Waschrinne zuverlässig arbeiten:


Wassergefälle

 

Das Gefälle kann durch unterlegen von flachen Steinen unter die Rinne reguliert werden. Das Gefälle bestimmt in erster Linie die Geschwindigkeit des Wassers. Desto steiler, desto schneller die Wassergeschwindigkeit. Ein gewisses Gefälle wird zudem benötigt, damit Steine bis ca. 5 cm größe durch die Rinne geschleust werden und nicht liegen bleiben.

Wasserhöhe

 

Die Wasserhöhe (ergibt in Kombination mit dessen Geschwindigkeit die Wassermenge) ist von entscheidender Bedeutung für die gute Funktion der Goldwaschmatten in einer Rinne. Während passive Systeme relativ gut mit geringen Wassermengen auskommen, wird für aktive Systeme meist mehr Wasser benötigt, damit sich die großen Verwirbelungen ausbilden können und der Austausch gut funktioniert. Die Wassermenge kann durch Hinzufügen oder entfernen von Steinen am Staudamm leicht reguliert werden.

Wassergeschwindigkeit

 

Die Wassergeschwindigkeit entscheidet mit über die Wassermenge in einer Rinne. Da sich die Geschwindigkeit nur schlecht regulieren lässt, empfehle ich den Bau eines Staudammes. So lässt sich die Wassergeschwindigkeit auf nahe Null abbremsen und das Wasser "fällt" praktisch in die Rinne um dort Geschwindigkeit aufzunehmen. Dies hat den Vorteil, dass das Wasser sehr laminar in die Rinne einströmt (keine Turbulenzen) und die volle Länge der Rinne ausgenutzt werden kann.



Ich will hier keine Durchflussmengen in Litern oder Gefällewinkel angeben. Diese variieren je nach System und Lokalität stark. Zudem haben wir gesehen, dass sich die Parameter gegenseitig beeinflussen. Somit lassen sich fast immer brauchbare Einstellungen finden. Habe ich im Hochsommer nur sehr wenig Wasser an einem Bach zur Verfügung, kann ich die Wassergeschwindigkeit vergrößern, indem ich das Gefälle etwas erhöhe und trotzdem noch gute Resultate erzielen. Hierbei sollte das Material allerding vorgesiebt sein. Eine Goldwaschrinne ist nicht gut aufgestellt, wenn die folgenden Probleme auftreten:


Beobachtung


Steine bleiben liegen

Folgen


Wenn Steine nicht durch die Rinne transportiert werden, entstehen zusätzliche, unerwünschte Verwirbelungen. Diese verhindern zum einen die Funktion der normalen Riffel und können bereits vorhandenes Gold aus den Riffeln ausspülen.

Behebung


Steine die durch die Rinne gelassen werden sollten maximal 10 cm groß sein. Wird nicht vorgesiebt, müssen alle größeren Steine von Hand entfernt werden. Bleiben auch kleinere Steine liegen, kann die Wassermenge erhöht werden (Staudamm vergrössern). Wenn auch das nicht hilft, Gefälle erhöhen.



Riffel sind ca. 30 s nach Materialaufgabe nicht freigespült (sichtbar) und mit Sand bedeckt.

Wenn die Riffel sich nicht innerhalb von ca. 30 s selbst freispülen, geht deren Funktion verloren, keine Verwirbelungen entstehen und Gold wird durch die Rinne gespült. Typischer Anfängerfehler!

Die Wassermenge und -geschwindigkeit reicht nicht aus, um die Verwirbelung hinter den Riffeln aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Durch mehr Wasser (Staudamm vergrössern) und mehr Gefälle kann dies leicht behoben werden.



Bereich (Vertiefung) hinter den Riffeln ist nach ca. 2-3 min leer gespült, nur noch wenige Steinchen liegen dort.

Häufiges Phänomen, wenn die Rinne direkt (ohne Staudamm) in die Bachströmung gelegt wird. Hier treten viele kleine Wellen auf, welche den Riffelinhalt schubweise weiterspringen lassen. Auch wenn das Wasser stark einseitig (gerade bei Rinnen ohne Trichter) einströmt passiert ähnliches. Der gesamte Rinneninhalt kann verloren gehen!

Am besten lässt sich dies durch den Bau eines Staudammes beheben. Dieser beruhigt das Wasser und sorgt für eine konstante Wasserzufuhr. Bei seitlich einströmendem Wasser kann durch entfernen von Steinen vor der Rinne das einströmende Wasser beruhigt werden.



Gold im durchgewaschenen Material

Von Zeit zu Zeit, oder beim Einsatz einer neuen Rinne, sollte der durchwaschene Abraum auf Gold kontrolliert werden. Werden hierbei nennbare Mengen an Gold, oder große Goldflitter gefunden muss unbedingt gehandelt werden.

Eventuell ist die Rinne voll, d.h. die Riffel sind mit Schwermineralien belegt welche nicht mehr ausgetauscht werden. Meist ist die Ursache jedoch in einem der bereits oben genannten Punkte zu finden. Können diese Punkte ausgeschlossen werden, ist das verwendete System eventuell ungeeignet für das vorkommende Gold. Nuggets bleiben für gewöhnlich überall liegen und bereiten selten Probleme. Obacht ist jedoch bei runden Nuggets geboten, diese rollen gerne und müssen durch entsprechende Einbauten am durchrollen der Rinne gehindert werden. Ist der Feingoldanteil/Staubgold hingegen sehr hoch, können aktive Systeme an ihre Grenzen stoße. In solchen Fällen ist der Einsatz von passiven Systemen empfehlenswert und ein Klassifizieren/Sieben des Materials unumgänglich!