Prospektion


Bei der Prospektion wird zunächst nur mit Pfanne, Sieb und Schaufel der Bach abgelaufen und auf goldhöffige Stellen untersucht. Desto mehr Probepfannen gewaschen werden, desto besser lernt man das Gewässer kennen und die Wahrscheinlichkeit steigt, eine gute Stelle zu finden. Die Intensität dieser Prospektion kann über Erfolg oder Misserfolg des ganzen Vorhabens entscheiden. Ich untersuche dabei gezielt die in Goldhöffigkeit- Wo liegt das Gold? aufgeführten Stellen. Wie bereits beschrieben, sollten mehrere der genannten Beispiele zusammenkommen. In den Probepfannen welche ich von entsprechenden Stellen entnehme, schaue ich neben dem Gold auf die Menge der Schwerminerale. Meistens zähle ich die Goldflitter um die Stellen einteilen zu können. Finde ich eine Flussseife mit vielen Goldflittern und/oder viele Schwerminerale, untersuche ich die nähere Umgebung ebenfalls durch Probewaschungen. Hierzu teste ich zunächst den Bach in 1 m Abständen quer (90°-Winkel) zur Strömung. Oft lässt sich dabei feststellen, dass die Anzahl an Goldflittern über den Querschnitt des Bachbettes schwankt. Die beste Stelle liegt oft auf einer imaginären "Ideallinie".  Um diese zu finden, stellt man sich am besten vor, der Bach wäre eine Rennstrecke, dort wo ein Rennauto langfahren würde ist die Ideallinie, oder anders ausgedrückt die kürzeste Verbindung zwischen zwei Kurvenscheitelpunkten im Bachbett. Entlang der Ideallinie bildet sich in beruhigten Bereichen oftmals eine "Goldlinie" aus.

An der Stelle mit den meisten Flittern untersuche ich den Bach nun in 1 m Schritten entlang der Goldlinie flussauf- und abwärts. So bekomme ich meist eine sehr gute Übersicht über die Flussseife und entscheide mich nun für den Startpunkt meines Loches sowie die ungefähre Richtung in welche ich graben werde. Dies ist gerade bei größeren, mehrtägigen Vorhaben von besonderer Bedeutung um den Abraum nicht auf goldreiche Stellen zu schütten.

Habe ich eine Stelle gefunden um mit dem Abbau zu beginnen, suche ich im nächsten Schritt eine Stelle um die Rinne zu setzen. Meine Erfahrung hat gezeigt, daß gute Goldablagerungen oftmals in sehr ruhigen Bereichen liegen und die Rinne nicht direkt vor Ort gesetzt werden kann, meist lässt sich im Umkreis von 50 m jedoch ein passender Ort finden. In Gebieten wo keine Nuggets zu erwarten sind (und das sind in Mitteleuropa die meisten), siebe ich das Material durch ein Sieb mit 1 cm Maschenweite um nicht unnötig Steine durch die Gegend zu tragen.

Als Fazit: Jede gewaschene Pfanne bringt euch weiter! Zum einen steigt die Wahrscheinlichkeit, DIE Stelle zu finden (ja, es gibt noch etliche Stellen in Europa, wo massig Gold liegt, man muss es nur aufheben). Zum anderen lernt man ein Gebiet mit jeder gewaschenen/prospektierten Pfanne besser kennen und zieht auch aus erfolglosen Versuchen seine Schlüsse. Neugierig sein und überall mal seine Pfanne reinhalten, auch wenn es nicht nach klassischer Goldstelle aussieht. Material/Schotter welcher sonderbar oder anders als gewohnt aussieht immer untersuchen. Gold is where you find it!!!


Eines meiner bisher besten Tagesergebnisse, gefunden an einer Stelle, welche von erfahrenen Goldwäschern gar nicht erst getestet wurde, weil das Material zu locker war. Der Schotter war in der Tat sehr "fluffig", allerdings auch gut mit Gold durchsetzt wie man sieht. Um das heraus zu finden war eine Testpfanne notwendig ;)