Feinauswasch


Früher oder später wird jeder Goldwäscher einmal das Schwermineralkonzentrat aus der Rinne mit nach Hause nehmen. Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Ich wasche meistens das Konzentrat am Bach grob durch, und sauge das Gold ab. Das durchgewaschene Konzentrat nehme ich so gut wie immer mit nach Hause um es später einem gründlichen Auswasch zu unterziehen.

Zuhause kann der Auswasch kleiner Konzentrat Mengen dann in Ruhe mit einer Pfanne (z.B. Clean-Up Pfanne) erfolgen. In meinem Video zum Pfannenwaschen habe ich Konzentrat vom Rhein verwendet. Das Video ist daher ein Beispiel wie man vorgehen kann.

Da sich aber im Laufe der Zeit oftmals grosse Konzentrat Mengen ansammeln, kann es auch sinnvoll sein, das gesamte (gesammelte) Konzentrat erneut durch eine Waschrinne zu geben. Diese kleineren Waschrinnen für Zuhause werden auch als Auswaschrinnen bezeichnet. Sie sind meist deutlich dünner (ca. 10 cm) und werden mit einer Pumpe und einem Wasserkreislauf betrieben.

Das in der Auswaschrinne gewonnene Konzentrat kann nun mit verschiedenen Methoden weiterverarbeitet werden. Wichtig ist ab diesem Schritt jedoch das Klassifizieren/Sieben. Da es jetzt meist (sehr) feines Gold gewonnen werden soll, macht es Sinn, keine grösseren und schwereren Partikel im Material zu haben. Ich teile das Konzentrat der Auswaschrinne mit Sieben in 4 Größen auf und Wasche es anschliessend in einer Clean-Up Pfanne aus.

Clean-Up Pfanne zum Feinauswasch
Clean-Up Pfanne zum Feinauswasch

Beim Auswasch mit der Clean-Up Pfanne wird das weggespülte Material nicht aus der Pfanne herausgewaschen, sie besitzt deshalb keine Riffel im Rand. Diese Pfanne wird nur ganz sachte hoch und runter bewegt. Dadurch wird der Auswasch nur auf die andere Pfannenseite transportiert. Das Gold bleibt an der ursprünglichen Position. Um das Aufschwimmen von feinen Goldflittern zu verhindern, muss die Oberflächenspannung des Wassers gebrochen werden. Dies gelingt am einfachsten durch einen Tropfen Klarspüler für die Spülmaschine. Zuviel Klarspüler verursacht Schaum und ist kontraproduktiv da sich darin ebenfalls Flitter verfangen. Alternativ kann auch Handspülmittel verwendet werden. Diese chemischen Substanzen dürfen nur Zuhause verwendet werden und sind im Abfluss zu entsorgen, niemals am Gewässer verwenden oder einbringen! Hier ist die Oberflächenspannung so gering das die Flitter kaum aufschwimmen.

Das gereinigte Gold kann zur Aufbewahrung getrocknet und in Gläschen überführt werden. Hinzu verwende ich am liebsten Plastik Pipetten. Manchmal sind die Goldflitter mit einer silbernen Schicht (teilweise) überzogen. Dabei handelt es sich um eine Quecksilber Anhaftung (Amalgam). In manchen Gebieten können auch ganze Quecksilbertropfen im Bach gefunden werden. Diese sind silbern, zähflüssig, verhalten sich ähnlich wie Öl und kleben das Gold aneinander. Quecksilber ist ein giftiges Schwermetall und sollte in einem gesonderten Gefäss in Wasser aufbewahrt werden und entsprechend entsorgt werden. Auf keinen Fall sollte das Quecksilber getrocknet oder erhitzt werden, da es sonst verdunstet und eingeatmet werden kann.

Glasfläschchen zur Goldaufbewahrung (in Wasser)
Glasfläschchen zur Goldaufbewahrung (in Wasser)