Ausrüstung und Technik


In diesem Abschnitt will ich auf die technischen Hilfsmittel beim Hobbygoldwaschen eingehen. In Deutschland und allen mir bekannten Goldgebieten in Europa ist der Einsatz von motorisierten Geräten verboten oder zumindest ist eine Bewilligung für solche Geräte notwendig. 

An dieser Stelle will ich auch darauf hinweisen, dass der Erfolg eines Goldwäschers in erster Linie nicht vom Einsatz der Technik und Gerätschaften abhängt, sondern zu großen Teilen von der Fähigkeit, lohnenswerte Stellen aufzuspüren. Ein guter Goldwäscher findet an einer geeigneten Stelle, nur mit Waschpfanne bewaffnet, mehr als ein unerfahrener Goldwäscher mit Motorpumpe an einer schlechten Stelle. Zu diesem Thema findet sich ein eigener Abschnitt auf dieser Seite:

Goldhöffigkeit- Wo liegt das Gold

Beginnen wir nun mit dem einfachsten und am meisten verwendeten Werkzeug des Goldwäschers: 


Die Waschpfanne

Die Goldwaschpfanne ist das wohl älteste und am meisten benutzte Werkzeug des Goldwäschers. Sie wird auch als Sichtertrog bezeichnet. Früher wurden diese Sichtertröge aus flachen Holzscheiben gefertigt, welche teilweise mit Ruß geschwärzt wurden, um das Gold besser sichten zu können. Zudem wurden die Tröge manchmal mit Fett bestrichen, welches das Festkleben des Goldes bewirkte. 

Heutzutage sind die meisten Goldwaschpfannen aus Kunstoff gefertigt. Ausführungen aus Stahl werden ebenfalls angeboten. Da die Kunststoffvariante deutlich leichter ist, wird sie bevorzugt verwendet. Dabei sollte auf eine gute Verarbeitung geachtet werden, zudem sollte eine Faserverstärkter Kunstststoff zum Einsatz kommen, um die Stabilität zu erhöhen. Die Pfannen werden in Größen zwischen 20-50 cm und in den unterschiedlichsten Farben hergestellt.  Der Preis für eine solche Pfanne liegt, je nach Größe zwischen 15 - 30 €. Neben der klassischen, runden Form mit Riffeln am Rand können heutzutage auch viele andere Formen erworben werden. Ich habe im Laufe der letzten Jahre etliche verschiedene Pfannen getestet und für unnötig befunden ;) In meinen Augen reicht (gerade für Anfänger) eine runde 35 cm Kunststoffpfanne völlig aus. Evtl. kann für den Feinauswasch auch noch eine kleinere Pfanne verwendet werden.

Neben diesen genannten Modellen gibt es auch sogenannte Chinesenhüte, diese sind sehr spitz zulaufende, trichterförmige Waschpfannen. Im Unterschied zur herkömmlichen Pfanne wird der Chinesenhut von einer Person kontinuierlich (mit Wasser gefüllt) kreisförmig geschwenkt, während eine zweite Person ständig neues Material hinein schaufelt. Durch die Drehbewegung wird somit fortlaufend leichteres Material über den Rand ausgetragen, schwerere Bestandteile sammeln sich unten in dem spitz zulaufenden Ende des Trichters. Von Zeit zu Zeit wird der Chinesenhut in einen Eimer o.Ä. entleert und am Ende des Tages das gesammelte Konzentrat gründlich ausgewaschen.

Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert die Wettkampfpfanne. Die Form dieser Pfanne erinnert an einen Teller mit Riffeln. Sie ist ganz flach und wird ebenfalls unter Wasser kreisförmig bewegt. Das Gold konzentriert sich hierbei in der Mitte. Die leichteren Bestandteile werden über den Pfannenrand hinaus gespült.

Aufgrund der besseren Trennleistung macht es bei allen Varianten Sinn, möglichst gleich großes Material zu verwenden. Aus diesem Grund sollten zumindest große Steine aussortiert werden. Beim Prospektieren verwendet man meistens ein Sieb mit einer relativ großen Maschenweite von über 1cm (rechtes Sieb im Bild). Zum Feinauswasch kommen dann immer feinere Siebe zum Einsatz.

Standard Waschpfanne aus Faserverstärktem Kunststoff, Durchmesser 38 cm. Rechts und links am Rand befinden sich Riffel um das Gold beim Auswaschen zurück zu halten.


Klassische amerikanische Stahl Waschpfanne. Zwei umlaufende Riffel im Rand. Sehr stabil und relativ schwer.


Clean-up oder Auswaschpfanne. Keine Riffel, diese Pfanne wird nur zum letzten Feinauswasch verwendet. Das abgetrennte Material wird hier nicht aus der Pfanne herausgewaschen sonder von einer Seite der Pfanne auf die andere.


Verschiedene Siebe mit unterschiedlicher Maschenweite.



Welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Farben der Waschpfannen?

Schwarz

Sehr guter/bester  Kontrast zu Gold. Jedoch so gut wie kein Kontrast zu Blacksand.


Blau

Eher schlechter Kontrast zu Gold. Jedoch guter Kontrast zu allen im Fluss vorkommenden Schwermineralen.


Grün

Grün bietet einen guten Kontrast zu Gold und zu den vorkommenden Schwermineralen und Blacksand.


Ich verwende meistens eine grüne oder schwarze Waschpfanne zum Waschen am Bach. Noch ein Tipp: Die Waschpfannen sollten nie zur Aufbewahrung von mineralhaltigem Material verwendet werden. Oftmals reagieren eisenhaltige Minerale in feuchtem Zustand mit dem Luftsauerstoff und verfärben die Pfanne. Teilweise können die Minerale sogar die Oberfläche angreifen und zerstören.


Die Goldwaschrinne

Die Goldwaschrinne kommt zum Einsatz, wenn große Mengen an Geröll bearbeitet werden. Die meisten Rinnen haben einen Körper aus Aluminium und sind mit Kunststoffmatten ausgelegt, welche unterschiedlichste Vertiefungen besitzen. Die Länge der Rinne liegt meist zwischen 1.0 - 1.5 m und die Breite zwischen 25 - 30 cm.  Manche Rinnen besitzen einen trichterförmigen Wassereinlauf.

Die Goldwaschrinne arbeitet ebenfalls mit dem Physikalischen Prinzip der Stofftrennung nach der Dichte. Dabei lagern sich schwere Bestandteile des Gerölls in der Rinne ab während leichte Bestandteile herausgespült werden. Dieser Effekt wird durch verschiedene Einbauten in der Rinne bewirkt. Jeder Einbau erzeugt eine Verwirbelung (Vortex) des umströmenden Wassers. Durch die Wahl einer geeigneten Form können so kreisförmige Wirbel und Strömungsabrisse erzeugt werden. Diese bewirken eine Verringerung des Auftriebs und somit das Ablagern des Goldes. Zum Einsatz kommen aktive oder passive Systeme sowie Kombinationen aus beidem. Unabhängig vom System muss darauf geachtet werden, dass die Riffel nicht zusetzen. Sind alle Vertiefungen mit Material belegt, werden keine Wirbel mehr erzeugt und die Rinne muss geleert werden. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass Gold aus der Rinne hinausgespült wird.  Alleine die Auftragsgeschwindigkeit bestimmt die Länge einer Goldwaschrinne. Da beim Befüllen der Rinne kurzzeitig ein Teil der Riffel zusetzt, muss die Rinne umso länger sein, je schneller der Auftrag erfolgt, um immer genug freie Riffel zur Verfügung zu haben. Wird per Schaufel (Hand) Material zugeführt, reichen im allgemeinen 1.2-1.5 m Länge und eine Breite von 25-30 cm.

Übrigens kamen passive Systeme in Form von Tierfellen (Goldenes Vlies=Schaffell) bereits in der Antike zum Einsatz.

Zweiteilige Goldwaschrinne mit Trichter und wechselbarem, aktivem System ausgestattet. Sehr gute Fangeigenschaften aber relativ schwer.


Einteilige Goldwaschrinne aus Kevlar, mit Trichter und fest verbautem aktivem System. Sehr gute Fangeigenschaften, sehr leicht und extrem robust, jedoch teuer in der Herstellung.


Zweiteilige Goldwaschrinne mit aktivem System ohne Trichter.



Aktives System

Als aktives System bezeichnet man Riffel, welche etwa im 45° Winkel zum strömenden Wasser stehen. Dahinter bildet sich ein kreisförmiger Wirbel. In diesem Wirbel setzen sich schwere Bestandteile ab. Leichtere Bestandteile, welche sich ebenfalls abgesetzt haben, werden nach und nach durch den Wirbel weiter transportiert oder durch schwerere Bestandteile ersetzt. Diese Systeme reinigen sich somit selbst wenn die Auftragsgeschwindigkeit entsprechend angepasst ist. Nach der letzten Materialaufgabe kann das System ca. 10 Minuten freigespült werden um die Konzentrat Menge deutlich zu reduzieren. Manche Rinnen mit aktivem Systemen können zum Entleeren lediglich mit Wasser ausgespült werden, andere Rinnen müssen dafür teilweise zerlegt werden.

 

 

Passives System

Ein passives System ist meist eine Art Teppich. Dieser Teppich besteht oftmals aus unregelmäßig geformten Kunststofffasern. Die große Anzahl an einzelnen Fasern sorgen im Zusammenspiel für eine Menge kleiner Wirbel in welchem sich das Gold absetzen kann. Oftmals wird der Teppich zusätzlich mit einem Streckgitter aus Aluminium oder rostfreiem Sahl abgedeckt um stärkere Verwirbelungen zu erreichen. Da die Verwirbelungen insgesamt deutlich schwächer ausgeprägt sind, findet in passive Systemen so gut wie kein Austausch statt. Folglich setzen ein passives System deutlich schneller zu als ein aktives System, die Rinne muss öfter entleert werden. Um ein passives System zu entleeren muss die Rinne immer zerlegt und der Teppich separat in einem Eimer ausgewaschen werden.




Vorteile

  • selbstreinigend durch ständigen Austausch
  • geringe Konzentrat Menge
  • lange Arbeitszeiten bis Rinne voll ist
  • lange Lebensdauer
  • leichtes Entleeren der Rinne

 

Nachteile

  • vergleichsweise teure Matten
  • kleine Verlusten möglich
  • mehr Wasser notwendig

Vorteile

  • sehr gute Fangeigenschaften
  • sehr gut für Feingold/Goldstaub
  • relativ günstig
  • kommen mit wenig Wasser aus

 

 

 Nachteile

  • schnelles Versanden des Systems
  • große Konzentrat Menge
  • häufiges Entleeren der Rinne
  • aufwendig zum Entleeren
  • kann spröde werden und zerbröseln
  • ungeeignet zum prospektieren, leichte Verschleppung von Gold und somit Goldnachweis wo es keines gibt!


Werkzeuge

Neben einer Waschpfanne und -rinne werden natürlich noch weitere Ausrüstungsgegenstände benötigt. Das wichtigste Werkzeug ist sicher die Schaufel. Hier gibt es eine unbegrenzte Auswahl an Modellen und Herstellern. Ich kann nur von günstigen Modellen abraten. Eine vernünftige Schaufel gibt es ab etwa 30 €, verstärkte Modelle können das doppelte kosten.  Die Schaufel ist, gerade beim Bearbeiten von sehr großen Steinen, enormen Belastungen ausgesetzt. Deshalb sollte das Schaufelblatt auf jeden Fall geschmiedet, und im besten Fall verstärkt sein. Zudem sollte die Trittfläche des Schaufelblattes abgekantet sein um die Stiefel zu schonen. Es werden Schaufelstiele aus Holz und Glasfaser verstärktem Kunststoff (GFK) angeboten. GFK Stiele mit Vollmaterial im unteren Bereich haben die größte Belastbarkeit. Eine Schaufel mit kurzem Stiel kann in engen, tiefen Löchern sinnvoll sein. Auch eine kleine Gartenschaufel für Ritzen und Spalten ist zu empfehlen. Für Bedrock können verschiedene Kratz- und Hebelwerkzeuge verwendet werden und der Fels mit Bürsten abgekehrt werden. Zum Absaugen benutze ich eine Handpumpe, welche ich in einen Eimer entleere. Mehrere 10 L Mörteleimer mit Henkel werden zum Materialtransport und zum Auswaschen benötigt. Eine Taucherbrille oder ähnliches kann zum Betrachten des Bedrocks unter Wasser zur Anwendung kommen. Große Brechstangen können zum Weghebeln von Steinen verwendet werden.

In der Schweiz ist der Einsatz von Brecheisen teilweise verboten und wird mit happigen Strafen geahndet!!!

In manchen Gebieten gibt es reichlich magnetische Schwerminerale. Diese setzen die Rinne sehr schnell zu und können mit einem starken Magneten entfernt werden. Alternativ kann auch aus der Waschpfanne das Magnetit entfernt werden. Dann muss allerdings darauf geachtet werden, dass auch Gold mit eingeschlossen und entfernt werden kann. Ein kurzes Video zum Bau eines solchen Magneten findet ihr hier.

Zur Aufbewahrung des Goldes am Bach empfehle ich die Benutzung von PET Saugflaschen bzw. die extrem bruchfesten PETlinge. Zum Aufsaugen und Transfer der Goldflitter haben sich Pipetten bewährt.

Schrubber für Bedrock, Handpumpe, Brecheisen, kleine Arbeitsschaufel und große Arbeitsschaufel mit verstärktem Schaufelblatt.


Geschmiedetes Schaufelblatt mit Verstärkung und abgekanteter Trittfläche.


Kleine Bürste, Pin Pointer (Metalldetektor um den Bedrock abzusuchen), kleine Gartenschaufel, Saugfläschchen, Pipetten, PETling und diverse Kratz- und Hebelwerkzeuge.



sonstige ausrüstung

Je nach Örtlichkeit und Jahreszeit können entweder brusthohe Wathosen oder hüfthohe Watstiefel im Bach getragen werden. Zudem empfiehlt sich der Einsatz von Arbeitshandschuhen um kein unnötiges Verletzungsrisiko durch Scherben o.Ä. einzugehen. Im Winter oder bei hochgelegenen Gebirgsbächen verwende ich auch wasserdichte Handschuhe. Gerade im Gebirge ist es außerdem ratsam, eine regendichte Jacke, einen Hut sowie etwas Notfallproviant mitzuführen. Ein Mobiltelefon mit vollem Akku sollte immer dabei sein. In meinem Rucksack sind zudem immer vorhanden:

  • ein Messer
  • Feuerzeug
  • Toilettenpapier
  • kleiner Erste-Hilfe-Kasten mit Verbandsmaterial
  • Sonnencreme/Mückenspray
  • Notfackel/Bengalisches Feuer
  • evtl. kleine Taschenlampe

 

 

Watstiefel und Wathose


Schulterlange Sandstrahlhandschuhe für den Winter