Vorkommen und auftreten des goldes


Die Goldlagerstätten lassen sich in zwei Klassen unterteilen. So unterscheidet man zwischen primären und sekundären Lagerstätten. Primäre Lagerstätten sind dadurch gekennzeichnet, dass in ihnen das Gold(erz) noch im umgebenden Gestein "gefangen" ist, man spricht dabei auch von "Berggold". Bei sekundären Lagerstätten wurde das Gold bereits aus dieser Umgebung befreit und das Gold in gediegener Form abgelagert. Eine Fluss(gold)seife ist also ein typisches Beispiel für eine sekundäre Goldlagerstätte. Hier finden wir gediegenes Gold in Form von Nuggets, Flittern oder Staub. Das Gold wurde durch Erosion aus der primären Lagerstätte befreit, durch einen Wasserstrom abtransportiert und konzentriert abgelagert. Ein eigener Abschnitt befasst sich mit der Herkunft des Waschgoldes. Da der größte Teil des Goldabbaus heutzutage an primären Lagerstätten stattfindet, will ich in diesem Abschnitt darauf eingehen.

Die primären Goldlagerstätten lassen sich wiederum in verschiedene Typen unterscheiden. Sehr oft tritt das Gold in Goldquarzgängen (Ganglagerstätte) auf. Diese Gänge sind durch hydrothermale Prozesse entstanden. So werden Vorgänge genannt, bei denen Wasser tief im Gestein hohen Drücken und Temperaturen ausgesetzt ist und eine so genannte hydrothermale Lösung entsteht. Durch den hohen Druck bleibt das Wasser auch bei Temperaturen über 100°C noch flüssig und verdampft nicht (ein Schnellkochtopf arbeitet nach dem gleichen Prinzip). Die hydrothermale Lösung ist so heiß (bis 370°C) und aggressiv, daß selbst Stoffe gelöst werden, welche unter normalen Bedingungen völlig unlöslich sind (z.B. Gold). Durch Spalten und Risse im Gestein kann die mit Mineralien gesättigte Lösung nun Richtung Erdoberfläche entweichen. Desto höher die Lösung aufsteigt, umso geringer werden Druck und Temperatur. Dadurch nimmt die Löslichkeit einzelner Minerale langsam ab und sie kristallisieren nacheinander aus. So entsteht eine schlauchförmige Mineralablagerung im Gestein, welche an bestimmten Stellen auch Gold enthalten kann. Durch das spätere Auffalten des Gesteines sind Berge entstanden, in welchen die Mineralablagerungen nun als Mineralerzgang auftreten und durch die Faltung auch horizontal verlaufen können. In Goldquarzgängen ist das Gold meist mit bloßem Auge erkennbar. Die begleitenden Mineralien in den Gängen geben oftmals Aufschluss darüber, ob auch Gold in diesem Gang vorkommen kann. In Flussseifen können manchmal Goldeinschlüsse an Quarzbrocken gefunden werden (oder Goldnuggets mit Quarz Anhaftungen). Da diese Vorkommen relativ einfach (bereits von Römern und Kelten) aufzuspüren waren, sind sie heutzutage zu großen Teilen bereits ausgebeutet.



Handstücke mit verwittertem, goldhaltigem Pyrit. Die braune Farbe ist "Rost", also der verwitterte Eisenanteil des Pyrits. Diese Verwitterrungen werden u.A. von Luftsauerstoff verursacht und treten somit an der Erdoberfläche auf. An diesen Stellen kann auch gediegenes Gold gefunden werden. Die Handstücke stammen aus der ehemaligen Goldmine Gondo, Wallis (Schweiz). Die dort angebotenen Führungen sind äußerst kurzweilig, lehrreich und sehr empfehlenswert.


Sehr viel Gold wird in unserer Zeit an Vorkommen abgebaut, an welchen es nicht mit bloßem Auge erkennbar ist. In diesen Fällen ist das Gold an oder in anderen Mineralen gebunden. So kann zum Beispiel arsenreicher Pyrit einen kleinen Prozentsatz Gold enthalten (Carlin-Typ), welches in aufwendigen chemisch-physikalischen Verfahren gewonnen wird. Auch in Eisenoxid (Hämatit, Magnetit) und Kupfer(sulfid) reichen Lagerstätten kann sich Gold ansammeln (Iron-Oxide-Copper-Gold Typ).

Eine der bedeutendsten Goldvorkommen ist das Witwatersrand Goldfeld in Südafrika. Dabei handelt es sich um eine Paläo-Seifenlagerstätte, also Flussseifen, welche vor etwa 1,8 Mrd. Jahren entstanden und im Verlauf der Zeit immer weiter überlagert wurden. Heute befindet sich die Lagerstätte in fast 4000 m Tiefe und wird von der tiefsten Mine der Welt ausgebeutet. Aus ihr stammen große Teile des bisher weltweit geförderten Goldes.