Herkunft des waschgoldes


Wie bereits in Vorkommen und Auftreten des Goldes beschrieben, sucht man als Goldwäscher an sekundären Goldlagerstätten. Stellen also, an welchen das Gold aus einem anderen Goldvorkommen herausgelöst und durch einen Wasserstrom konzentriert abgelagert wurde. Doch woher kommt das Gold ursprünglich, und macht es Sinn, als Goldwäscher die Goldquelle zu suchen?

Bereits die Kelten und Römer waren fleißige und erfolgreiche Goldwäscher. Sie erkannten sehr schnell, daß nahezu alle großen europäischen Flüsse (Rhein, Donau, Rhone, Po usw.) goldführend sind. Da das so gewonnene Gold relativ rein und sehr gut zu verarbeiten war, beschränkte sich der Goldabbau in frühester Zeit zunächst auf die Ausbeutung dieser sekundären Goldlagerstätten. Neugierige Goldwäscher jener Zeit wollten irgendwann natürlich auch wissen wo sich die Quelle des Goldes befindet (oder Gier und Hoffnung auf noch größere Funde waren die Motivation ;)

Das einfachste Verfahren die Quelle des Goldes zu finden, ist dessen Weg zurück zu verfolgen. Somit führt der Weg flussaufwärts. Jede Flussverzweigung und jeder Seitenbach musste gründlich untersucht werden. Keine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, daß zu Zeiten der Römer und Kelten die kleineren Seitentäler komplett verwaldet und nicht erschlossen waren, Straßen nicht existierten und Gewässer wild und unreguliert waren. Verlor sich nun irgendwann in einem Seitenbach die Spur des Goldes, hatte man die vermeintliche Quelle des Goldes gefunden. Die umliegenden Gesteine wurden anschließend untersucht, und mit etwas Glück fand sich ein Goldquarzgang. Dieser konnte nun mit einfachen bergmännischen Mitteln ausgebeutet werden. Dieses Vorgehen hat zur Folge, daß kommerziell lohnenswerte Vorkommen dieser Art in Europa so gut wie Vollständig abgebaut sind.

Allerdings gibt es eine Vielzahl kleinere Goldquarzlagerstätten in Europa, welche nicht (mehr) lohnenswert ausgebeutet werden können. Diese Gebiete können aber Zielgebiete zum Goldwaschen sein. Man erkennt sehr gut an der Beschaffenheit des Waschgoldes, wie weit die primäre Goldlagerstätte entfernt ist. Je kristalliner das Waschgold ist, desto näher befindet sich das primäre Vorkommen. Oft deuten auch Anhaftungen und Einschlüsse von Quarz sowie Verfärbungen der Goldstücke auf ein nahes Vorkommen hin.

Kristalline Goldnuggets aus den schweizer Alpen
Kristalline Goldnuggets aus den schweizer Alpen
Goldnugget mit Verfärbung durch eisenhaltige Anhaftung aus dem Schwarzwald
Goldnugget mit Verfärbung durch eisenhaltige Anhaftung aus dem Schwarzwald

Lohnt sich die Suche nach der Goldquarzader? Ich würde sagen Jein. Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit äusserst gering, eine nennbare Menge Gold im Gestein zu finden. Das Gestein muss dann auch bergmännisch bearbeitet werden. Dennoch besteht die Möglichkeit auch in den Alpen noch größere Goldstufen zu finden. Auf der anderen Seite werden die Nuggets zur Goldquarzlagerstätte hin im Allgemeinen größer. Ein typisches Fundgebiet dieser Art ist die Surselva in Graubünden (CH) oder das Salzburger Land in Österreich.

Jedoch kommt das Waschgold nicht immer aus einer Goldquarzader. Bei etlichen Waschgoldvorkommen stammt das Gold nicht aus einer primären Goldlagerstätte, sondern wurde aus einer sekundären Lagerstätte mobilisiert und erneut abgelagert (somit eigentlich eine tertiäre Lagerstätte). Dies ist bei Flüssen der Fall, welche altes Gletschergeschiebe oder Nagelfluhformationen durchschneiden. In diesem Geröll kann Gold enthalten sein, welches durch den Wasserstrom befreit und in aktuellen Flussseifen abgelagert wird. Ein typisches Waschgoldvorkommen dieser Art befindet sich um den Berg Napf in der Schweiz.

Nagelfluh und Sandsteinschicht im Napfgebiet, CH
Nagelfluh und Sandsteinschicht im Napfgebiet, CH

In dieser Region liegen mehrere Schichten von Sandstein und Nagelfluh übereinander. Die Nagelfluh Schichten sind während der letzten Eiszeiten entstanden. Es sind die Abtragungen der Urzeitlichen Alpen welche von Gletschern hierher transportiert wurden. In ihnen ist das durch Erosion befreite Berggold der Alpen enthalten. Die Sandstein Schichten sind Überreste vergangener Warmzeiten. In diesen Zeiten waren große Teile Europas von Meer bedeckt und große Sandablagerungen (ohne Gold) fanden statt. Sowohl die Gletscher-, als auch die Sandsteinschicht wurden vom Gewicht der überlagernden Massen komprimiert und zu Konglomeratgestein verfestigt. 

Heutzutage durchschneiden viele Gewässer dieses Gebiet. Dabei haben sie tiefe Täler in das Gestein erodiert. So wurde auch Gold aus der Nagelfluh ausgewaschen und in den Gewässern konzentriert. Ähnliches kann in Gebieten stattfinden, in welchen ein Gewässer eine eiszeitliche Gletschermoräne anschneidet. Das Geröll der Gletschermoräne ist mit Gold durchsetzt und weißt eine ähnliche Zusammensetzung wie die Nagelfluh auf, ist jedoch nicht so verdichtet und wird deutlich schneller und leichter erodiert. Auch hier kommt es zu einem Ausspülen des Goldes aus der Moräne und einer Konzentration in Flussseifen. Solche Regionen befinden sich heute an den Ausläufen der Alpen wie zum Beispiel auf der Alpen Südseite im Piemont (Italien).

In solchen Fällen sollte sich die Suche nach Gold auf das Gewässer beschränken. Zum einen tritt das Gold im Gletschergeschiebe nur spärlich auf, es wird erst durch den Wasserstrom ausgespült und nur an wenigen Stellen abbauwürdig konzentriert. Folglich muss deutlich mehr Gletschermaterial bearbeitet werden um die gleiche Goldmenge zu erhalten wie in einer Flussseife. Des Weiteren müsste Nagelfluh bergmännisch abgebaut werden. Solche Versuche fanden am Napf statt und wurden relativ schnell, erfolglos beendet.